

Neuenkirchen an der Unterweser

Die Michaelskirche war immer wesentlicher Mittelpunkt von Neuenkirchen. In der Mitte des 9. Jahrhunderts soll es in Neuenkirchen schon ein Gotteshaus gegeben haben. 1192 wurde es durch die St. Michaels-Kirche ersetzt. Seither ist von „Nygenkerken“ die Rede. Während der Reformationszeit im 16 Jahrhundert erhielt auch Neuenkirchen einen evangelischen Pastor und von nun an bestand der Name Michaelskirche, für die neue reformierte Kirchengemeinde. Der quadratische Feldsteinturm mit seinen zwei Rundbogenfenstern beiderseits und der Kapelle, geht auf diese Zeit zurück. Türme dieser Bauart gibt es nur noch in Berne auf der anderen Weserseite und in Hannover. Es gibt in Deutschland nur zehn Kapellen dieser Art. Charakteristisch sind vor allem die Säulen mit einfachen Würfelkapitälen ohne jede Verzierung, die das für die Frühromanik bezeichnende Kreuzgewölbe tragen.

Die Bedeutung Neuenkirchens für den Unterweserraum geht aus der Tatsache hervor, dass dem Ort bereits 1588 Marktrecht verliehen wurde. Über Jahrhunderte spielten die Viehmärkte eine große Rolle. Heute erinnert nur noch der Oktobermarkt als Volksfest daran.

Die Gösper Mühle in Neuenkirchen zählt zu den ältesten Mühlen im weiten Umkreis. In den folgenden Jahrhunderten wechselten die Besitzer mehrmals. 1868 wurde die Mühle von Johann Laue neu gebaut. Heute ist nur noch das leere Mühlengebäude vorhanden.

Die Ortschaft Vorbruch, die bislang eigenständig war, wurde 1928 zu Neuenkirchen eingemeindet und beide Ortschaften bildeten von nun an die Gemeinde Neuenkirchen.
Im Jahre 1966 bildeten die drei westlichsten Orte des Kreises Osterholz, Neuenkirchen, Rade und Aschwarden, die Samtgemeinde Neuenkirchen. Ein neues Rathaus, das 1966 eingeweiht wurde, war das lebendige Zentrum dieser Samtgemeinde. Es hatte aber nur 8 Jahre Lebensdauer, dann wurde die neue Großgemeinde Schwanewede gegründet.
In dem Ort Neuenkirchen leben ca. 3750 Einwohner.
Neuenkirchen ist heute eine moderne Wohngemeinde.
Neuenkirchen bietet ein ausgebautes Straßennetz mit einigen verkehrsberuhigten Wohnstraßen. Durch den Anschluß an das Busliniennetz der Bremer Straßenbahn AG, die in Neuenkirchen 6 Haltepunkte bedient, und damit auch mit Anbindung an die NordWestbahn, ist der Ort über den öffentlichen Personen Nahverkehr eng an das Stadtzentrum von Bremen angebunden. Über den ÖPNV besteht auch eine Anbindung an Schwanewede und an die Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck.
Ebenso findet man in Neuenkirchen eine gut gestaltete Infrastruktur, die für jeden und für viele Anliegen etwas zu bieten hat.

Drei Kindertagesstätten, mit Krippenplätzen, die von der Kirchengemeinde und der Gemeinde Schwanewede geführt werden, sind im Ort genauso zuverlässlich wie unsere Grundschule, die 1958 errichtet wurde und seitdem immer wieder den Ansprüchen der jew. Zeit entsprechend aus- und umgestaltet wurde. Inzwischen dient sie auch für die Nachbarorte Rade, Aschwarden und der Weserinsel Harriersand als Grundschule. Es gibt ein Seniorenwohnheim und ein Kinderheim im Ort.

Neuenkirchen bietet auch viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Nicht nur über eine Vielzahl von Ortsansässigen Vereinen, die vom sportlichen Rahmen, wie Turnen, Radsport, Fußball, Handball, Schießsport, Karate, uvm. bis hin zur Traditionspflege wie zum Beispiel die Beschäftigung mit der Plattdeutschen Sprache, der Heimaterkundung und Heimatgeschichte, kann man sich hier im Ort inspirieren lassen. Oder möchte man sich eher künstlerisch beschäftigen? Dann bietet unsere Kirchengemeinde mit ihren musikalischen Chormöglichkeiten von jung bis alt etwas an.
Es gibt auch noch zur Freizeitgestaltung die öffentlichen Angebote, wie unser schönes Freibad, den Jugendtreff im Rathaus, die Skaterbahn, die Gemeindebücherei, und, und, und. Oder wer gerne politisch sich betätigen möchte, kann dieses im Ort auch über die bunte Parteienlandschaft hier im Ort tun. Oder man möchte sich im Dienste der Hilfeleistung stellen und schließt sich der Freiwilligen Feuerwehr des Ortes an, die sogar eine Jugendabteilung unterhält.

Aber auch die nähere Umgebung und der Ort selbst, bieten herrliche Plätze und beschauliche Landschaften zum Radfahren und Wandern, für die Freizeitgestaltung, an. Ob auf den neu hergerichteten Marktplatz oder am Aussichtspunkt auf der Vorbrucher Geest. Ob an der Weser, am Deich oder in der Neuenkirchener Heide, ob auf der Göspe oder im Moor, die Landschaft bietet viele Facetten der Natur um seine Seele mal baumeln zulassen und das zu jeder Jahreszeit.

Zur Infrastruktur gehört natürlich auch Gewerbe. Es gibt zwar noch Landwirtschaft, doch Handel, Handwerk und Dienstleistungen sind in den Vordergrund getreten.

Das Gewerbegebiet im südlichen Ortsgebiet gelegen, ist ständig gewachsen und bietet dem Betrachter ein breites Spektrum an Handwerksbetrieben. Im Ort selbst sind noch einige Betriebe die schon über Jahrzehnte als Familienbetriebe ihrem Handwerk nachgehen und den Ort über die Zeit mit geprägt haben.

Auch der Handel ist am Ort und nicht nur über einen Lebensmitteldiscounter, der eine Fleischerei und eine Bäckerei mit beinhaltet, lassen sich die Güter des alltäglichen Gebrauchs erwerben. Zwei Geldinstitute sind am Ort, sowie eine Poststelle und eine Kfz.-Werkstatt. Ein Friseursalon kümmert sich um die Haarpracht der Bewohner. Und für den Gesundheitszustand bei Mensch und Tier sorgen am Ort ein Zahnarzt, ein Physiotherapeut und eine Tierärztin.

Neuenkirchen und Vorbruch – hier als PDF ein kleiner Zeitstrahl zu den Orten – erarbeitet vom Heimatgeschichtsteam der Heimatfreunde nach ihren Erkenntnissen und Recherchen:


Johann Holler – ein Bürgermeister der das Dorf prägte, schätzte und liebte

Foto oben: der Gemeinderat im Jahr 1966 vor dem neuen Rathaus – zweiter von rechts, Johann Holler (Bürgermeister), erster von rechts, Walter Kruse (Gemeindedirektor).
Johann Holler, geb. 1937, verheiratet, 2 erwachsene Söhne, langjähriger Kreisjugendpfleger des Landkreises Osterholz war seit 1964 Mitglied der Wählergemeinschaft Schwanewede (Vorsitzender seit 1993) und wurde 1964 mit 27 Jahren zum ehrenamtlichen Bürgermeister und Gemeindedirektor (Personalunion) von Neuenkirchen gewählt.
Johann hat, 1964 als damals jüngster Bürgermeister des Ortes Neuenkirchen und im Einklang mit den Mitgliedern des Gemeinderates, in den Zeiten des Wirtschaftsaufschwungs, dafür gesorgt und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Neuenkirchen an den damaligen Aufschwung teilhaben konnte. Gerade in den 1960er Jahren bis noch 1974, hat sich der Ort unter seiner Führung nach vorne und zu einer stattlichen Gemeinde entwickelt. Nach der Gebietsreform 1974, wo Neuenkirchen ein Ortsteil von Schwanewede wurde, hat er als Ortsbürgermeister mit seinem Team daran weiter angeknüpft.
Gewerbe, Vereinsleben, Infrastruktur, Bürgeranliegen – diesen Aufgaben stellte sich Johann und sein Team und sie brachten dem Dorf den Grundstein in die Zukunft.
Johann`s Anliegen waren stets die Belange der Menschen im Ort. So war es nicht verwunderlich, dass er sich im Interesse des Gemeinwohls auch den Vereinen im Ort widmete. Viele Vereine konnten mit seiner Unterstützung rechnen und Johann brachte sich auch noch ehrenamtlich in die Vereine ein. Sein Rat und seine Schaffenskraft wurden geschätzt. Seine stets freundliche und entgegenkommende Art, sein hilfsbereiter und geselliger Umgang mit den Menschen, waren für ihn selbstverständliche Eigenschaften.
1966:
Samtgemeindebürgermeister der neugegründeten Samtgemeinde Neuenkirchen – nun hatte Johann in seinem Team auch einen Gemeindedirektor; Walter Kruse, der bis zur Gebietsreform 1974 maßgeblich den Kurs mit Johann weiter vollendete und das Dorf in die Zukunft steuerte.
1974:
Nach der Gebietsreform, bei der die Gemeinden der Samtgemeinde per Gesetz die Selbständigkeit aufgaben, wurde Johann Holler zum 1. Bürgermeister der neu geschaffenen Großgemeinde Schwanewede gewählt.
1996:
Nach der Einführung der hauptamtlichen Bürgermeister in Niedersachsen, 1. hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde bis zum Ende der Wahlperiode 2001. Nach 37 Amtsjahren stellte er sich dann nicht wieder zur Wahl und kandidierte auch nicht mehr für den Gemeinderat. Seit 2001 gehörte er dem Kreistag des Landkreises Osterholz an und ist Mitglied im Präsidium des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes.
2002:
Der Gemeinderat in Schwanewede würdigte seine Verdienste um die Gemeinde und ihrer Bürger besonders, indem Johann Holler 2002 zum bisher einzigen Ehrenbürger der Gemeinde Schwanewede ernannt wurde.
Am 14. Februar 2014 verstarb, an den Folgen einer schweren Krankheit, unser ehemaliger Orts- und Gemeindebürgemeister Johann Holler, im Alter von 76 Jahren.
Wer mehr über Neuenkirchen, aus der Entwicklung des Ortes und seiner Geschichte, erfahren möchte ist herzlich zu unseren Führungen durch den Ort oder zu den Geschichtspräsentationen in unserer Heimatstube eingeladen. Die Termine hierzu findet man hier unter Termine und unter dem Link „Tour der Geschichte(n)“ in der Homepage oder auch aus Presseinformationen. Und wer nun mehr über die Möglichkeiten seiner Freizeitgestaltung im Ort wissen möchte und gerne dazu Kontaktdaten wünscht, kann dieses über die Heimatfreunde Neuenkirchen erfahren. Wir geben gerne die nötigen Auskünfte. Sprechen Sie uns an.

